Rocky – Das Musical bald auf Hamburgs Bühnen
Für viele ist es ein cineastisches Meisterwerk mit packender Story und exzellenten dramaturgischen Momenten. Für einige andere wiederum lediglich ein klischeebehaftetes Actiondrama mit überalterter Filmtechnik und der typischen 70er Jahre Schauspielkünsten. Doch zweifelsfrei ist “Rocky” ein Kultfilm, der es 2012 sogar auf die Musicalbühne schafft.
Die Wurzeln der Geschichte um den Boxer Rocky Balboa
Alles begann am 24. März 1975. Chuck Wepner – ein eher durchschnittlicher amerikanischer Schwergewichtsboxer mit Nehmerqualitäten – verliert nach acht Siegen in Folge seinen Kampf gegen den Ausnahmeathleten Muhammad Ali. Ein Boxkampf, der den damals 29jährigen Sylvester Stallone zu seinem ersten Drehbuch inspirierte – Rocky. Unter der Auflage selbst die Hauptrolle spielen zu dürfen, reichte Stallone sein Erstlingswerk bei großen und kleinen Filmgesellschaften ein, und hatte Glück. Die Firma Chartoff-Winkler Productions kaufte die Idee, und setze sie mit einem – selbst für damalige Verhältnisse geringen – Budget von rund 1,1 Millionen US-Dollar für die Leinwand um. Rocky – die Chance seines Lebens wurde 1976 der Überraschungserfolg an den Kinokassen, machte “Sly” Stallone über Nacht berühmt, und gewann drei Oskars (bester Film, Schnitt und Regie) bei insgesamt zehn Nominierungen. Im Zentrum der Story steht die typische Geschichte des Underdogs auf dem Weg zu seinem großen Erfolg. Doch gerade der gedankliche Vater der Geschichte und Hauptdarsteller Stallone sieht in Rocky weitaus mehr, und vor allem eine Liebesgeschichte, denn Rocky hätte (laut Stallone) den Weg nie geschafft, ohne die Unterstützung der weiblichen Hauptfigur Adrian. Da Action auf Musicalbühnen nur bedingt funktioniert wurde die Liebesgeschichte Teil des Plots für das Bühnenstück.
Sylvester Stallone, die Klitschko-Brüder und Hamburg stehen Pate
Silvester Stallone ist Rocky Balboa, und ohne Rocky funktioniert die ganze Story nicht. Darum besucht der ehemalige Actionstar auch regelmäßig die Proben zu seinem Musical – sein letzter Deutschlandaufenthalt war erst Ende November 2011. Auf einer ersten Generalprobe soll der knallharte Leinwandheld sogar geweint haben. Mit von der Partie sind die Boxlegenden Wladimir und Vitali Klitschko. Sie zeichnen sich verantwortlich für die Härte und den Realismus der Boxeinlagen, die voraussichtlich in direkter Kombination zur Tanzchoreografie stehen werden. Die Klitschkos sagen über das Musical, dass Rocky damals der eigentliche Grund gewesen sein soll überhaupt Boxer werden zu wollen. Zudem sind sie enge Bekannte von Stallone – eine Zusammenarbeit als Co-Produzenten erscheint somit naheliegend. Die Uraufführung des Musicals Rocky soll, sofern der Zeitplan eingehalten werden kann, im November 2012 stattfinden – Ort des Geschehens wird das Operettenhaus in Hamburg sein. Die Stadt steht Pate für den eigentlichen Handlungsort Philadelphia. Hamburg sei “Phily” sehr ähnlich, und würde durch das Musical für immer die “Rocky Stadt” sein.
Hintergründe und Details zum Projekt
Die Planung des Musicals erstreckt sich nunmehr bereits über gut acht Jahre. Erst die eigentlichen Proben sorgten für die nötige Zuversicht, Elemente wie Boxen, Gesang und Tanz miteinander kombinieren zu können. Verantwortlich für die Inszenierung zeichnet sich das Amsterdamer Stage Entertainment (Sister Act). Am Broadway soll das Musical ein halbes Jahr später laufen, womit Rocky das erste Bühnenstück der deutschen Musicalgeschichte sein wird, das seine Premiere nicht in den USA feiert. Die Meinungen über das Projekt sind noch zwiegespalten, zweifelsohne aber, ist das Vorhaben mutig. Ob es die eher mäßigen Erfolge vergleichbarer Musicals toppen kann, wird sich im November 2012 zeigen – Tickets können bereits vorreserviert werden.
Fotourheber: Peter Atkins – Fotolia
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